Begriffserklärungen zur Chinesischen Sprache

Sprache und Dialekte
Schriftzeichen
Radikale
Umschriften und Romanisierungen
Töne

In China werden viele verschiedene Dialekte gesprochen. Die zwei bekanntesten und verbreitetsten sind Mandarin und Kantonesisch. Mandarin ist die chinesische Hochsprache, in China auch als Allgemeinsprache (putonghua) bezeichnet, 

  

und wird landesweit an den Schulen gelehrt. Mandarin wird auch in Taiwan gesprochen und wird dort als Guoyu (Landessprache bzw. Staatssprache) bezeichnet. 
Mandarin ist kein natürlich entstandener Dialekt, basiert aber auf dem Beijing-Dialekt. Kantonesisch ist vor allem in der Provinz Kanton (Guangdong) sowie  in Hong Kong, Macau und Singapur verbreitet und wird auch von den meisten älteren Überseechinesen gesprochen.
Als chinesische Begriffe für "Chinesisch" sind außerdem hanyu und zhongwen gebräuchlich :

 

Mehr zum Thema : 

The Han Languages Today

The Chinese Languages

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Die chinesische Schrift ist leider auch nicht einheitlich. Seit der Schriftreform in den 50er Jahren werden in der Volksrepublik China offiziell die vereinfachten Zeichen (Kurzzeichen, jiantizi) verwendet, in Taiwan, Hong Kong und Macau dagegen werden (bzw. wurden) weiterhin die traditionellen Zeichen (Langzeichen, fantizi) benutzt.

   

Nach der Wiedereingliederung von Hong Kong und Macau in die Volksrepublik sind die vereinfachten Zeichen auch dort verbindlich. Auch in Singapur verwendet man die vereinfachten Zeichen.

An diesen beiden Beispielen kann man deutlich den Unterschied zwischen den beiden Formen  erkennen.



Die beiden Zeichen guo2 (Land) und ji1 (beinahe) sind hier jeweils in der vereinfachten Form (links) und in der traditionellen Form zu sehen. Die vereinfachte Form von guo hat 8 Striche, die traditionelle Form dagegen 11. Deutlicher wird der Unterschied bei ji mit zwei zu zwölf! Die Vereinfachung betrifft aber nicht alle Zeichen.
Anm. Abgesehen von den beiden Beispielen sind alle Zeichen auf dieser Seite vereinfachte Zeichen.

Die chinesische Schrift hat eine mehr als 5000 jährige Entwicklung hinter sich. Über die Entwicklungsgeschichte der Schrift kann man sich auf den folgenden Seiten informieren 

Einführung in die chinesische Schrift

Kurze Beschreibung der Entwicklung chinesischer Zeichen

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Radikale, auch Klassenzeichen genannt, bringen Ordnung in die vielen Tausend chinesischen Schriftzeichen. Das Radikal ist eine Komponente in einem chinesischen Zeichen, die zur Einordnung in eine (Bedeutungs-)Gruppe dient. Mit Hilfe dieser Einordnung ist es möglich Schriftzeichen in einem Wörterbuch wiederzufinden. Dafür gibt es in chinesischen Wörterbüchern das Radikalverzeichnis (bushou mulu)  

in dem alle Radikale, geordnet nach Anzahl der Striche, aufgelistet sind. 

Die linke Komponente im Zeichen "ni" (du) ist z.B. das Radikal für Mensch (ren). Weitere häufig vorkommende Klassenzeichen sind  z.B. Herz, Mund, Holz und Wasser. Manche Radikale kommen in zwei unterschiedlichen Formen vor. 


                           

                           

                           

                           

                           

Die meisten (ca. 70%) der Radikale sind auch eigenständige Zeichen, die restlichen 30% kommen nur als Komponente in anderen Zeichen vor. Die Radikalindizes verschiedener Wörterbücher sind nicht identisch. die Anzahl der Radikale beträgt zwischen 187 (z.B. Handwörterbuch Deutsch-Chinesisch/Chinesisch-Deutsch, Commercial Press, Beijing und Langenscheidt KG Berlin) und 227 (Das neue Chinesisch-Deutsche Wörterbuch, Commercial Press, Beijing)

Wie man mit Hilfe der Radikalmethode Zeichen in einem chinesischen Wörterbuch finden kann lesen Sie bitte in dem Artikel Der Umgang mit einem chinesischen Wörterbuch

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Unter Umschriften versteht man generell die Umsetzung (chinesischer) Schriftzeichen in andere Schriftzeichen bzw. Buchstaben. Mit Romanisierung ist speziell die Umsetzung in lateinische Buchstaben gemeint. Generell benötigt man Umschriften um a) chinesische Namen und Bezeichnungen außerhalb des chinesischen Sprachraumes wiederzugeben und b) die Aussprache der chinesischen Zeichen deutlich zu machen. Die Standardumschrift für Chinesisch ist Hanyu Pinyin, kurz Pinyin genannt. Pinyin wurde in den 1950er Jahren  in der Volksrepublik China entwickelt und  trat die Nachfolge des 1913 eingeführten Lautumschriftsystems Zhuyin Zimu an. Während Pinyin auf dem lateinischen Alphabet, ergänzt um Tonzeichen, basiert, verwendet Zhuyin - auch als BoPoMoFo bekannt und in Taiwan weiterhin gebräuchlich -  einen eigenen Zeichensatz. In älteren westlichen Veröffentlichungen wurde hingegen die Wade-Giles Umschrift verwendet, die auch lateinische Buchstaben verwendet. Es existieren noch weitere Umschriften, auf die ich hier aber nicht näher eingehe.

Drei mal Zhongguo (China) : in chinesischen Zeichen, Pinyin und BoPoMoFo

Mehr zum Thema :

Umschriften für die Chinesische Sprache

Chinese Romanization Charts : Pinyin, Wade-Giles and Yale

Zhuyin fuhao : (BoPoMoFo)

Pinyin - Wade-Giles - Yale Converter

Romanization | Comparing Wade-Giles to Pinyin and Yale


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Bei der Aussprache chinesischer Silben ist die Tonbiegung von besonderer Wichtigkeit, da die Bedeutung davon abhängt. Beispielsweise bedeutet die Silbe mai je nach Ton u.a. "kaufen" oder "verkaufen" (die Schriftzeichen sind auch unterschiedlich). 

Im Hochchinesischen (Mandarin) werden fünf Töne unterschieden :

1. Ton : relative hohe Stimmlage, keine Änderung der Tonlage

2. Ton : auf mittlerer Tonhöhe beginnend ansteigend (etwa wie der fragende Ton im Deutschen)

3. Ton : auf mittlerer Tonhöhe beginnend, zunächst abfallend und dann wieder ansteigend

4. Ton : auf hoher Tonhöhe beginnend schnell abfallend zu niedriger Tonhöhe (etwa wie der Befehlston im Deutschen)

5. Ton : der neutrale Ton, keine besondere Betonung

In anderen chinesischen Dialekten gibt es zum Teil noch mehr Töne.
In der Pinyin-Umschrift werden die fünf Töne durch Tonzeichen über den Vokalen dargestellt :

Für den fünften Ton ist kein spezielles Tonzeichen vorgesehen, manchmal wird dieser Ton aber durch einen Punkt über dem Buchstaben kenntlich gemacht. Häufig wird auch von den vier Tönen gesprochen, womit dann die ersten vier Töne gemeint sind.

In Mandarin gibt es sehr viele Homophone, das heißt Silben mit identischer Aussprache und Betonung. Daher ist es nicht möglich, allein mit Pinyin die Bedeutung eines Wortes wiederzugeben. Es gibt z.B. sechs verschiedene Zeichen, die alle als "dao" im vierten Ton ausgesprochen werden :

außer den angegeben Bedeutungen haben die Zeichen auch noch weitere Bedeutungen. Das Zeichen für Weg bedeutet u.a. auch noch Strasse, Pfad, Fahrbahn, Lauf, Methode, Linie...

Mehr zum Thema : 
Pin Yin Practice Sheet (hier kann man sich Beispiele für die 4 Töne anhören!)

The 4 Tones in Chinese Mandarin

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letzte Änderung : 2004年5月6日
xuexi zhongwen - Chinesisch lernen